Home Kommentare Texte Lehre CV Privat Register Kontakt
Matthias Schrappe
Kochen
31.12.2013: Indische Mangold-Suppe Diese Suppe hat mir Sorgen gemacht! Obschon mehrfach vorgekocht. Der dritte von acht Gängen, erst für 15 Personen geplant, dann zwei Tage vorher ein paar Absagen, also 9 liebe Freunde, eine echte 11er Runde und ne super Silvestersause - ist ja auch etwas entspannter, aber Anfang Dezember waren wir noch fünf? so geht’s halt hin und her. Zum Gorganzola- Lamm und der Niedrig-Temperatur-Story kommen wir gleich, aber jetzt die Mangold-Suppe. Vorweg: alle waren begeistert (ein bisschen außer mir). Vorweg Nr. 2: eigentlich handelt es sich (weit weg, anders gewürzt) um ein indisches Spinat- Suppen-Rezept, es gibt nur ein Problem: im Winter, wenn man nicht Gefrierspinatblätter mit der Pinzette einzeln aufnehmen möchte, ist es ein bisschen schwierig, die Strünke herauszuschneiden ... Dagegen liegt der Mangold groß, fest und knackig im Laden, und man kauft dann für 11 Personen auch gleich vier von diesen Mega-Pak Choi, so wie dieses widerspenstige Gemüses in Holland und vor allem in der thailändischen Küche heißt (oh Du wunderbare Pak Choi- Pasta!). Um es vorwegzunehmen, Erdnussbutter und Zimt, das sind die echten Mangoldianer. Und um es noch komplizierter zu machen: Mangold ist eigentlich zwei Gemüse, die Blätter und die Strünke. Also auf zur Arbeit (und das ist wirklich eine arbeitsreiche Suppe!): (1) Als erstes braucht man mal eine gute Hühnerbrühe. Dose oder echt, besser echt. Sollte für 11 Personen 1,5 Liter ausmachen, nicht mehr, die Suppe darf nicht zu dünn werden, daher auch die großen Mengen Grünzeug. Aber das kann man ja vorbereiten, überhaupt (um dem Eindruck “Plackerei” nun wieder etwas entgegenzusetzen) kann man das alles ja tagelang vorher vorbereiten. (2) Man braucht ein Curry, eine Curry-Gewürz-Mischung. Aus der ganzen Bandbreite von Curry-Mischungen gehen wir ganz an das chinesische Ende: Koriander ja, auch schwarzer Pfeffer, aber nur wenig Kreuzkümmel, kein Bockshornkleesamen, dafür reichlich Zimt (Cassia noch besser) und Kardamon, sogar etwas Nelken. Dazu Knoblauch und Asafötida, die Teufelswurz (ganz am Schluss). In Mengen: für 11 Personen 3 volle EL Koriander, 1 Tl Kreuzkümmel, 7 cm Zimtstange (zerbrochen), 5 grüne Kardamon (Schale aufgebrochen), 2 volle TL schwarzer Pfeffer, 3 Nelken. Zimt, Nelken und Kardamon auf unserer Gewürzpfanne 5 Min. rösten, die letzten 2 Minuten Koriander, Pfeffer und Kreuzkümmel dazu. Auskühlen lassen, mahlen. (3) Strafarbeit: den Mangold waschen, und von allen Blättern die Strünke sauber abschneiden. Die Blätter kleinschneiden, die Strünke schräg in 0,5 cm breite Stücke schneiden und aufbewahren. (4) Zwei Zwiebeln kleingeschnitten in Sonnenblumenöl (nicht Olivenöl) mittelheiß anbraten. Nach drei Minuten Knoblauch dazu, 5 Zehen mindestens. Eine Minute später die Curry-Mischung dazu, 30 Sekunden erhitzen, mit Hühnerbrühe aufgießen, gut umrühren. Platte auf heiß drehen. 3 kleingeschnittene Kartoffeln dazu: wichtig, bindet die Suppe. 20 Min. köcheln. (5) Danach portionsweise die Mangoldblätter (nicht die Strünke) unterrühren, so dass sie gleich zusammenfallen. 15 Minuten köcheln lassen. 2 TL Salz. Vom Herd nehmen, mit dem Pürierstab sorgfältig und fein pürieren. Wieder auf den Herd, warm halten. (6) In einer zweiten Pfanne die Stiele scharf anbraten, etwas Knoblauch dazu, 2 EL Erdnussbutter. Salz, Pfeffer, Deckel zu, dünsten. (7) Die garen Strünke in die Suppe tun. Abschmecken: Salz, Pfeffer, ein Schuss salzige Soja-Soße, Spritzer Zitrone, 1/2 TL Asafötida oder - falls nicht vorhanden - 3 Zehen frisch gepresster Knoblauch dazu. Die Strünke sollen noch Biss haben. Kann man, wie gesagt, gut am Vortag vorbereiten. Sieht halt ein bisschen wie eine hellere Spinatsuppe aus, nicht fotogen, daher ein Bild von unserem Silvester-Balkon. Aber schmeckt, wo ich jetzt dran denke...
Seite
7
8
8
Seite
7
Übersicht
Übersicht
9
9